Fischerewer CATARINA
| Name | CATARINA |
| Schiffstyp | Segelfischerfahrzeug aus Eichenholz mit Bünn, zweimastig getakelt. |
| Erbaut | 1889/90 auf der Werft von Johann Brandt in Neuhof |
| Abmessungen | 13,96 x 4,57 xy 1,63 m, 13 BRT |
| Segelfläche | 128 m² |
| Fischernummer | ALT 287 (Altenwerder) |
CATARINA ist Norddeutschlands letzter hölzerner Elbfischer-Ewer, der fahrtüchtig und im Original erhalten geblieben ist. Sie wurde 1889 am Köhlbrand für den Elbfischer Hans Rübcke aus Neuhof erbaut, der später nach Altenwerder übersiedelte.
Vom Typ her ist CATARINA eine Mischform aus dem klassischen flachbodigen Ewer und der damals neuen Bauform des Kutters mit überhängendem Heck. Statt der für den Ewer typischen Seitenschwerter erhielt CATARINA ein eisernes Mittelschwert, das in der Bünn angebracht war, dem wasserdurchspülten „Fischkasten“ in der Schiffsmitte. Vermutlich war CATARINA der letzte Fischerewer, der jemals gebaut worden ist – längst hatte sich in der Fischerei der modernere Schiffstyp des Kutters durchgesetzt.
Einsatzgebiet des Ewers war die damals noch äußerst fischreiche Niederelbe, gefischt wurde vorwiegend auf Stint, Aal und Stör. Üblicherweise lag das Schiff beim Fischen vor Anker und ließ seine Netzsäcke, so genannte „Hamen“, durch die Tide füllen, oder man setzte Stell- bzw. Treibnetze aus, beispielsweise für die Störfischerei. CATARINA blieb 60 Jahre im Besitz der Familie Rübcke, zuletzt als reines Motorschiff, und wurde dann an die Weser verkauft. Von Bremerhaven aus diente sie weitere Jahrzehnte für die Hamenfischerei, bis sie 1976 still gelegt wurde.
Der Hamburger Kaufmann Wolfgang Friederichsen erwarb das altersmüde Schiff und ließ es auf der Werft von Jochen Behrens in Finkenwerder komplett wieder aufzimmern und die Takelage originalgetreu rekonstruieren. Auf der „Operation Sail 1978“ in Oslo wurde CATARINA vor mehreren hundert Traditionsschiffen als das am besten restaurierte historische Schiff ausgezeichnet; diverse andere Preise und Trophäen folgten. Seinen Liegeplatz hatte der Ewer im Museumshafen Oevelgönne, dessen Mitbegründer Friederichsen gewesen war. In den 90er Jahren erfolgte nochmals ein aufwändiger Refit in Flensburg und Egernsund.
Nach Friederichsens zu frühem Tod im Sommer 2004 ging CATARINA ins Eigentum der Stiftung Hamburg Maritim über, so hatte Friederichsen es in seinem Testament verfügt.
CATARINA wurde bei "Jugend in Arbeit Hamburg e.V." auf der Werft in Harburg aufwändig restauriert und ist seither wieder in ihrem altem alten Revier in Fahrt.
Da das Schiff zu klein für einen Charterbetrieb ist, wird der Ewer von einem Freundeskreis gesegelt und unterhalten. Ihr Liegeplatz ist im Sandtorhafen.
