Elbfischkutter GRETA von Finkenwärder
| Name | GRETA |
| Schiffstyp | Elbfischkutter |
| Erbaut | 1904 in Finkenwerder von Joachim Behrens |
| Abmessungen | 10,5 x 3,5 x 0,8 m; Verdrängung 4,8 t |
| Segelfläche | 75 m² |
| Maschinenleistung | Hilfsmotor 40 PS |
GRETA gehört zu den letzten erhaltenen Elbfischkuttern, die noch ganz aus Holz gebaut waren und ausschließlich unter Segeln betrieben wurden. Auftraggeber war ein Elbfischer aus Finkenwerder gewesen, dessen Sohn den Kutter noch bis 1975 besaß, zuletzt als Motorkutter. Fischfang auf der Elbe war früher ein wichtiger und einträglicher Wirtschaftszweig. Um in den Flachwassergebieten arbeiten und auch schadlos trocken fallen zu können, durften die Elbfischkutter nur einen geringen Tiefgang haben. Ein eisernes Mittelschwert sorgte trotzdem für gute Segeleigenschaften. 1975-80 wurde GRETA von Grund auf neu verzimmert und originalgetreu wieder aufgetakelt und ist seither unter Segeln in Fahrt.
Zur Geschichte von Greta lassen sich folgende Eckpunkte zusammentragen:
- Gebaut 1904 – Stapellauf am 14.04.1904
- Erster Eintrag in das Schiffsregister 1912 – Fischereinummer HBK 577
- 1928 Änderung der Fischereinummer in HBK 111
- 1947 Eintragung in das Register der Seefischereifahrzeuge – HF 452
Die Eintragung in das HF - Register erfolgte, weil dann der Schiffseigner die Berufsbezeichnung "Seefischer" führen durfte. Seefischer galten als Schwerarbeiter, ihnen stand nach dem Kriege ein erhöhtes Kontingent an Lebensmittelmarken zu. - Wilhelm Hustedt und später sein Sohn Willi Hustedt fischten mit Greta bis 1964 auf der Elbe.
- Von 1964 bis 1975 lag der Kutter in Finkenwerder auf.
Charakteristisch für diesen Fahrzeugtyp ist der gerade Vorsteven und das weit überhängende Heck. Die Schiffe sahen den damals gebauten Seefischkuttern sehr ähnlich, nur dass sie einmastig und erheblich kleiner waren. Diese Kutter hatten zwar einen Kiel, dieser war aber manchmal nur unter den glatt durchgeplankten Rumpf gebolzt. Um den Lateralplan zu vergrößern und um damit die Segeleigenschaften deutlich zu verbessern, hatten Elbkutter ein eisernes Mittelschwert. Damit waren die Fahrzeuge immer noch sehr flach. Dieses wurde als großer Vorteil angesehen, da man sich auf der Elbe und in den Watten problemlos trockenfallen lassen konnte. Auch hatten die Elbkutter, wie die Fischerewer eine Bünn, um den Fang lebendig und frisch auf den Markt zu bringen. Auffällig bei den Elbkuttern ist das an einem kurzen Bugspriet gefahrene Vorstag, dadurch kann die Segelfläche der Fock nicht unerheblich vergrößert werden. All diese baulichen Merkmale lassen sich auf Greta wieder finden. Die Fischer, die mit diesen Fahrzeugen auf der Elbe und in den Watten der Außenelbe fischten, wurden allgemein als "Lüttfischer" bezeichnet.
Mit dem Hochseekutter LANDRATH KÜSTER, dem Elbfischerewer CATARINA und der GRETA besitzt die Stiftung dann die drei typischen Vertreter der segelnden Elbfischerfahrzeuge.
