JOHANNA
| Name | JOHANNA |
| Schiffstyp | Stählerner Frachtewer mit 2 Masten, ehemals mit Holzboden |
| Erbaut | 1903 in Elmshorn auf der Werftvon Jos. Thormählen |
| Abmessungen | 18,62 x 4,76 x 1,15 m, Verdrängung 35 t |
| Segelfläche | 165 m² |
Dieser schöne Elbewer repräsentiert die einstmals kolossale Flotte kleiner Frachtsegler, die bis ins 20. Jahrhundert hinein den Warenverkehr zwischen Hamburg und den niederelbischen Marschen abgewickelt hat. JOHANNA zählt heute zu den am besten gepflegten und am konsequentesten restaurierten Ewern, von denen nur wenige Dutzend erhalten geblieben sind.
Der zweimastige Segler lief 1903 unter dem Namen HERTHA auf der Werft von Jos. Thormählen in Elmshorn vom Stapel. Der Rumpf des Neubaus war überwiegend aus Stahl genietet, während man den flachen Boden noch wie in alten Zeiten aus massivem Nadelholz gezimmert hatte.
Über die frühen Jahre des Ewers ist wenig bekannt, er soll häufig Salz von der Stader Saline nach Hamburg gesegelt haben. Eine typische Ladung für die Ewer aus der Kehdinger Marsch waren Ziegelsteine, die in großen Mengen von den örtlichen Ziegeleien nach Hamburg verschifft wurden, zum Beispiel für den Bau der Speicherstadt. Ewer dieser Größe wurden von nur zwei Mann Besatzung gesegelt, der Schiffer war in der Regel Eigentümer und Kapitän zugleich. Als zweiter Mann fuhr ein Knecht oder Junge mit, dem die "niederen Dienste" oblagen.
In den 20er und 30er Jahren wurde das bis dahin intakte Segelschiff umfassend umgebaut und zum Binnenschiff degradiert. Nachdem das Schiff bei der Sturmflut 1962 havarierte, wurde es nach Glückstadt verkauft, wo er 12 Jahre ohne jede Pflege vor der Werft im Hafenkopf lag.
1973 erwarb der Verleger Egon Heinemann den rostigen Auflieger. Auf der Werft von Muche in Allermöhe (ehemals "Jastram-Werft") wurde er einer mehrjährigen Restaurierung unterzogen und in JOHANNA umbenannt. Nach Heinemanns frühem Tod im Jahre 1983 übernahm Ilo v. Waltershausen die JOHANNA und richtete ihn für Gruppenfahrten her.
Nachdem er den Ewer 18 Jahre lang besessen, gesegelt und gepflegt hatte, verkaufte von Waltershausen die JOHANNA im November 2002 an die Stiftung Hamburg Maritim.
Der Freundeskreis, der sich über die Jahre um den Ewer geschart hat, kümmert sich um Betrieb und Erhaltung der JOHANNA. Ihren Liegeplatz hat sie im Sandtorhafen. Aber nicht nur als stummer Sachzeuge: Jetzt schon kann man auf Ausfahrten an Bord der JOHANNA aktiv miterleben, welchen Einsatz die Besatzungen eines Fracht-Ewers damals leisteten.
