Lotsenschoner N° 5 ELBE
| Name | N° 5 ELBE (ex WANDER BIRD) |
| Schiffstyp | Hölzerner Lotsenschoner |
| Erbaut | 1883 in Hamburg von H. C. Stülcken Wwe. |
| Abmessungen | 37 x 6 x 3 m, 138 tdw |
| Segelfläche | 360 m² |
Die "Altonaer Nachrichten" berichteten am 9. August 1883 unter der Rubrik "Vaterstädtisches und Unterhaltendes": "Ein neuer Lootsen-Schooner, welcher den Namen 'Elbe und die Nr. 5' führt, wurde heute morgen von der Werft H. C. Stülcken Wwe. auf Steinwärder glücklich vom Stapel gelassen. Das neue Schiff, welches auf dem Helgen sofort vollständig fertig gestellt und in jeder Beziehung ausgerüstet wurde, wird dem hamburger Lootsendienst vor der Elbe eingereiht werden, so dass die Zahl der Lootsenschooner jetzt auf 5 erhöht ist."
Der Neubau war ein nicht gerade riesiger, aber aufwändig gebauter Segler, konzipiert für eine verantwortungsvolle Aufgabe in einem der ruppigsten Seegebiete der Welt. Sein scharf gebauter Rumpf bestand aus bestem, abgelagertem Eichenholz, das Unterwasserschiff hatte man nach alter Art mit Kupferplatten benagelt. Als Antrieb dienten allein die Segel, das Schiff war als Zweimast-Gaffelschoner getakelt.
Insgesamt 11 Lotsenschoner sind zwischen 1855 und 1906 im Auftrag des Hamburger Staates gebaut worden, sie genossen einen legendären Ruf wegen ihrer extremen Seetüchtigkeit und ihrer guten Segeleigenschaften. So dauerte es bis in die 1920er Jahre, bis die damals schon längst veralteten Schoner nach und nach durch dampfgetriebene Lotsentender ersetzt wurden.
Die ausgemusterten Schoner fanden anschließend oft als Yachten Verwendung, so auch die "No. 5", die 1929 von dem Amerikaner Warwick M. Tompkins gekauft wurde. Tompkins umrundete Weihnachten 1937 mit dem immer noch motorlosen Schoner Kap Horn. Nach weiteren Pazifik-Reisen diente das Schiff seinen Eignern ab 1941 als Wohnschiff.
In den 60er Jahren wohnten Hippies an Bord; die Masten waren 2 Meter über Deck gekappt und dienten nun als Pfeiler für eine geräumige Veranda. Immerhin: Durch diesen Umstand blieb die historische Inneneinrichtung unter dem maroden alten Deck erhalten.
Nach mehreren Besitzerwechseln übernahm die Stiftung Hamburg Maritim im Sommer 2002 das Schiff in Seattle. Weil sein technischer Ausrüstungszustand eine Überführung auf eigenem Kiel nicht zuließ, wurde es im August als Deckslast auf einen Frachter der Rickmers-Linie verladen. Am 7. Oktober kam No. 5 ELBE, wie das Schiff mittlerweile wieder heißt, nach über 70 Jahren wieder zurück nach Hamburg. Zur Begrüßung hatte sich ein Korso von 20 historischen Schiffen auf dem Reiherstieg eingefunden.
Von Jugend in Arbeit Hamburg e. V. wurde die N° 5 ELBE gründlich überholt, das alte Deck wurde komplett erneuert und das Schiff erhielt eine neue Bordelektrik, technische Ausstattung und eine umfangreiche Sicherheitsausrüstung. Seit Frühjahr 2004 läuft der Schoner regelmäßig zu Tagesfahrten aus und steht für Charteraufträge zur Verfügung. Seinen Liegeplatz hat er im Sandtorhafen.
